Mittwoch, 24. Juli 2013

Bryce - noch kürzer

Bryce Canyon wird in vielen Berichten sehr schön beschrieben und ich muß erhlich zugeben, dass da im Reiseführer ein sehr sensationelles Foto vom Bryce Amphitheater drinnen ist, dass mich gefangen hat. Wir müssen also auch zum Bryce Canyon fahren. Rund um diesen Teil der Reise haben wir sehr kurze Reisewege geplant, um mehr Zeit zum Besichtigen zu haben. Dieser Plan geht im Falle des Bryce Canyon in die falsche Richtung. 

Aber der Reihe nach - wir reisen von Escalante kommend an und fahren gleich zum Visitor Center. Es ist später Nachmittag und wir haben viel Zeit übrig. Leider bietet der Park außer der einen Besichtigungsstraße nicht viel an. Bryce Canyon Village ist eine Geldmaschine und wir haben das Gefühl, dass es im Umkreis von 100 Meilen kein Lokal gibt, das etwas anderes anbietet als Burger. Letztendlich landen wir beim Rodeo, das recht amüsant ist. Vor allem der Platzsprecher hat es in sich.

Am nächsten Morgen heißt es dann "Sonnenaufgang am Canyon". Wir stehen zeitig auf und fahren zum Bryce Point. Um die Uhrzeit ist dort diesmal deutsch die vorherrschende Sprache. Stative werden aufgebaut, die Positionen markiert und Neuankömmlinge müssen sich hinten anstellen. Dann heißt es warten.... Dann kommt die Sonne über den Horizont und Kameras klicken. Es ist auch wirklich ein sehr schöner Anblick.

Die Sonne bringt viele Schattenspiele in das Amphitheater und einige der "Hoodoos" leuchten, wie wenn sie in Flammen stehen würden.




Nach dem Sonnenaufgang fahren wir zurück zu unserer Unterkunft und gönnen uns ein ausgedehntes Frühstück mit Eierspeis und Pancakes. Die Kellnerin fragt uns, ob wir zwei Nächte bleiben. Auf unser "Ja", weiß sie unsere Zimmernummer. Offensichtlich sind wir mit unseren zwei Übernachtungen ein Sonderfall. Das bestärkt unser Gefühl, dass wir schon alles gesehen haben. Daher hauen wir uns noch einmal aufs Ohr. Zu Mittag geht es dann noch einmal in den Canyon. Wir fahren die einzelnen Aussichtspunkte ab, sehen dort aber nicht viel mehr, als in der Früh. Ja - es ist schön, bietet aber nicht viel Abwechslung.


Am Weg zurück erleben wir aber einen schönen Sonnenuntergang im Red Canyon. Die Sonne taucht die an sich schon roten Felsen in ein noch tieferes Rot. Leider wird uns der Abend in Panguitch, der nächsten Ortschaft, verdorben. Es ist Sonntag und es hat ALLES zu, mit Mühe finden wir ein Lokal, wo wir dann wieder einmal Burger essen - es gibt wirklich nichts anderes.


Also - Bryce Canyon ist schön, mehr als ein paar Stunden braucht man für den Park aber nicht. Der Sonnenaufgang ist empfehlenswert, danach hat man der Rest in kurzer Zeit besichtigt. Zur Ehrenrettung des Parks sei gesagt, dass wir keine Wanderung unternommen haben.



let's go to spooky and play peek-a-boo

Auf Grund unseres luxuriösen Zeitpolsters, können wir auf unserer Reise kürzere Fahrtetappen machen. Das führt uns auf dem Weg von Moab zum Bryce Canyon in den kleinen Ort Escalante. Dort gibt es auf den ersten Blick nichts. Ja gut, es gibt einen kleinen Bereich mit versteinertem Holz, hatten wir schon - und rundherum ist alles in Sandstein, haten wir auch schon.

Auf der Fahrt nach Escalante wird uns aber klar, dass da doch noch einiges zu sehen sein könnte. In unserer Unterkunft angekommen, bestätigt sich diese Vermutung. Wir wohnen bei Catherine und ihrem Mann in einem sehr schönen Bed&Breakfast. Catherine hat neben einigen schönen alten Sammelsachen (alte Kameras, Steine, Fossilien usw.), einem Poolbillard Tisch und einer schönen Terrasse mit zig Kolibris noch ein Fotoalbum von ihren Wandertouren in der Umgebung.

 

Einige sehr interessante Bilder gibt es von Slot Canyons. Ich mache mich auf die Suche im Internet und finde eine Seite mit den 15 schönsten Slot Canyons der Welt. Dort finde ich neben den beiden Antelope Canyons (wo wir schon waren) auch noch drei weitere Canyons in der Nähe - Zebra, Peek-a-Boo und Spooky. Da wir tags darauf nur 2 Stunden Fahrzeit zum Bryce Canyon haben, beschließen wir zumindest einen der Canyons zu besuchen.

Catherine rät uns davon ab, Zebra Canyon zu begehen. Es hat geregnet und der Canyon ist dann immer zur Hälfte voll Wasser. Peek-a-Boo und Spooky kann man in einer Tour machen. Diese Canyons sind nur dann gefährlich, wenn es direkt über ihnen regnet. Das ist nicht der Fall und auf geht's. Wir müssen zuerst 26 Meilen auf der Hole-in-the-Rock Road fahren, eine Schotterstraße, die zum berühmten Hole in the Rock führt (ein Loch, das Mormonen vor 150 Jahren in die Canyonwand des Colorado gesprengt haben). Dann führt uns ein sehr heißer Fußweg hinab über Sandstein in einen "Wash" - ein von Regen ausgewaschenes Tal.


Der Eingang zum Peek-a-Boo Canyon finden wir sehr leicht und los geht es mit dem Klettern. Peek-a-Boo ist ein schöne Versteckspiel. Der Canyon ist nicht allzu tief und sehr schön ausgewaschen. Eine ruhige einfache Kletterei bringt uns durch den Canyon. Am Ende (oder besser am Anfang) läuft sich der Canyon in eine Sandmulde aus. Von dort geht es dann ca. 500 Meter quer durch die Wildnis zum oberen Eingang von Spooky Canyon.


Spooky Canyon hat seinen Namen von den etwas bedrückenden Raumverhältnissen im Canyon. Er ist sehr eng, ich komme teilweise nur seitlich voran. Außerdem gibt es ein zwei Teilstücke, wo wir nur mit vereinten Kräften weiterkommen, sprich ohne einander zu helfen, würden wir "steckenbleiben". Belohnt werden wir mit schönen Lichtspielen und Farben.


Am Weg zurück ist es noch ein Stücken heißer als zuvor. Wir sind froh, so viel Wasser mit genommen zu haben. Der Ausflug war ein Erlebnis in jeder Sekunde. Wir haben zwar im Peek-a-Boo eine deutsche Familie samt Führer getroffen und den Rückweg mit einem netten holländischen Pärchen bestritten. Die meiste Zeit sind wir allerdings ganz alleine unterwegs. Die Ruhe der Wanderung und die Stille der Natur haben das Erlebnis intensiviert und vielleicht sogar schöner gemacht, als die doch ziemlich bevölkerten Antelope Canyons.