Mittwoch, 28. November 2012

San Diego in drei Tagen

Thanksgiving gibt uns die Möglichkeit ein verlängertes Wochenende für einen Kurztrip zu nutzen. Wir beschließen, nach San Diego zu fahren. In der Vorbereitung auf unser Jahr hier, hat einer meiner amerikanischen Freunde gemeint "wenn du es warm und sonnig haben möchtest, geh nach San Diego". Was uns damals davon abgehalten hat, war die scheinbar hohe Kriminalität. Auf Google Earth gibt es viele Eintragungen zu Gewaltverbrechen. Wir denken uns daher, dass wir mit drei Übernächtigung locker auskommen werden. Außer Sea World und Zoo gibt es ja nicht viel zu sehen. Nachdem wir gebucht haben, lese ich meinen Reiseführer durch um festzustellen, dass San Diego viel mehr hergibt.....
Wir besorgen uns eine "San Diego Card" für drei Tage, damit sind so ziemlich alle Attraktionen der Umgebung  abgedeckt - trotzdem ganz schön teuer.


Wir machen uns am Mittwoch in der Früh auf den Weg und haben dadurch eine angenehme und ruhige Fahrt. Tino sammelt wieder viel Zeit auf seinem Fahrkonto - immerhin sind es in Summe über 5 Stunden Fahrt. In San Diego angekommen, gefällt uns auf Anhieb das Ambiente. Wir haben ein Hotel an der Bucht mit traumhaften Ausblick. Downtown ist gleich ums Eck und die Innenstadt ist klein, überschaubar uns sehr schön.

Unser erster Weg führt uns 10 Gehminunten vom Hotel entfernt auf die USS Midway, ein Flugzeugträger, der Ende des zweiten Weltkriegs in Dienst genommen wurde und bis Ende der Neunziger im Dienst war. Das Schiff hat ungeheure Ausmaße.


Allein der Versuch, die Größe des Schiffs mit der Kamera einzufangen, ist schon unmöglich. Die Tour ist ungemein interessant. Leider schließt das "Museum" schon um 17 Uhr und wir können daher nicht alles ansehen. Wir schaffen jedoch, das Innere des Schiffs mit einem Laderaum so groß wie eine Fabrikshalle und der "Stadt auf See" - den Unterkünften der Matrosen (immerhin 4.500 Mann Besatzung) zu besichtigen. Das Flugdeck geht sich auch noch aus, aber die Brücke schaffen wir nicht mehr.


Am Abend geht es dann mit den Öffis ins "Gaslamp Quarter". Das ist ein älterer Stadtteil mit schönen alten Häusern, der vor einigen Jahrn revitalisiert wurde. Die alten Gaslampen am Straßenrand wurden erhalten und geben dem Viertel seinen Namen. Hier ist viel los, ein Lokal reiht sich an das andere und es ist eine tolle Stimmung.

Am nächsten Tag geht es nach Seaworld. Es ist Thanksgiving Day, die Leute sind alle auf dem Weg zur Familie, daher ist nicht viel los. Seaworld sehe ich immer mit geteilter Meinung. Einerseits ist es cool, die großen Meeressäuger live zu sehen, andererseits sind die zwar recht großen Becken trotzdem zu klein für Orcas und Konsorten.
Seaworld bietet aber nicht nur Orcas und Delphine sondern auch noch Achterbahnen und Shows in allen Formen. Wir nutzen den geringen Besucherandrang und fahren gleich mehrmals hintereinander ohnen Anstehen mit der größten Achterbahn des Parks - dem "Manta". Gleich daneben gibt es ein großes Becken mit Kuhrochen in allen Größen. Man kann sie per Hand füttern und streicheln.

Weiter geht es dann zu diversen Shows mit Shamu dem Orca und seine Freunden, zur Show mit Seelöwen und zu den Delphinen und Pilotwalen. Die Shows sind nett anzusehen und teilweise sehr aufwendig gemacht. Es ist schon faszinierend, wenn man Delphine einen Doppelsalto machen sieht. Ich frage mich, wie man das den Tieren beibringen kann. Der absolute Hammer für uns ist aber das Becken mit den Belugawalen. Karoline ist so begeistert von den weißen Walen, die ihren Kopf in allen Richtungen drehen können, dass sie sich gleich ein Beluga-Stofftier kauft.


Am Freitag stehen wir kurz nach neun Uhr im San Diego Zoo - der ist ja weltberühmt für seine Gorillas und die Kondorzucht. Der Zoo wird auch dafür gerühmt, dass die Gehege so schön in die Landschaft eingebaut sind.
Zu Beginn fahren wir mit einer Gondelbahn über das Parkgelände, dass ziemlich hügelig ist. Das Gelände ist wirklich sehr schön, allerdings sind die Gehege teilweise recht klein. Ein paar Highlights gibt es schon. Die Eisbären haben ein große tolles Gelände, mit Glasscheibe zum Pool - super, einer der Bären spielt gerade mit einem Knochen unter Wasser.
Die Gorillas haben zwar ein sehr schönes Gehege mit allem Drum und Dran, allerdings sind sie eher fad drauf.



Wirklich cool ist das Gehege der Hippos. Auch hier gibt es eine riesige Glaswand zum großen Wasserbereich der Hippos. Mit Vergüngen beobachten wir lange eine Mutter, die mit ihrem Kind unter Wasser spielt.
Die Wege durch den Park sind dicht überwuchert, viel Bambus und Palmen. Natürlich leidet darunter die Sicht auf die Tiere, das alte Zoo-Dilemma.



Nach dem Zoo besuchen wir dann noch ein paar Museen im Balboa-Park, dem großen zentralen Park in San Diego. Bei traumhaften Wetter ist der Spaziergang durch den Park mit den vielen alten Gebäuden ein Traum. Am späten Nachmittag machen Margueritha und ich noch eine Hafenrundfahrt bei Sonnenuntergang. San Diego zeigt sich dabei von der Schokoladenseite. Die Skyline spielt mit der Sonne und der, nach Norfolk, zweitgrößte Marinehafen der USA ist ein spektakuläter Anblick - sogar auf Google-Maps...


In der San Diego Card ist auch der Eintritt ins Legoland California und zur Knott's Berry Farm enthalten. Legoland ist ja bekannt - die Knott's Berry Farm gibt es schon länger als Disneyland. Dort gibt es viele Achterbahnen und "Rides". Wir stellen den Kindern die Wahl und sie entscheiden sich sentimentaler Weise für's Legoland. Bei näherer Betrachtung, wollen sie dann doch zur Berry Farm - also machen wir beides. Vormittag Legoland - Nachmittag Berry Farm und in der Nacht zurück.
Legoland entpuppt sich dann doch als "zu sentimental". Wie ich mit Tino und Line im deutschen Legoland war, waren beide jeweils knapp 9 Jahre alt, genau richtig also. Jetzt mit 13 und 16 ist das Ganz dann doch eher fad. Nichtsdesto trotz genießen sie das Autobauen, Mini-Häuser mit 1000 Santa Cläusen schauen und Star Wars Lego bestaunen. Die Achterbahnen sind hingegen fad.

Ganz anders ist da die Knott's Berry Farm. Hier gibt es Spannung zum Abwinken. Die Achterbahnen sind genial, man muss aber lange anstehen. Nachdem wir aber auf Grund der San Diego Card quasi gratis Eintritt haben - die Kosten für die Karte haben wir schon längst "abgearbeitet" - leisten wir uns einen "Fast Lane Pass", sprich Vortritt bei allen Attraktionen um 45$ pro Person. Viel Geld, aber jeden Cent wert. Wir kommen uns schon schlecht vor, weil wir überall einfach an die Spitze der Schlange gehen.

Spät in der Nacht kommen wir nach langer Fahrt müde, aber voll zufrieden wieder nach Hause. Eine sehr geniales Wochenende und wir haben noch nicht einmal alles gesehen.

Montag, 26. November 2012

Schnitzelmania

Durch Karoline bekommen wir Kontakt zu einer netten Familie - die Hansons. Die Zwillingstöchter Tory und Lory gehen mit Karoline zu Schule. Die Hansons sind ebenfalls erst im Juli nach SLO gezogen und haben daher auch noch kaum Anschluß gefunden, so verbindet uns das gleiche Schicksal.
Mike, eine ehemaliger Marine und seine Frau Toni sind wirklich sehr nett. Bei ihnen wohnt noch der dreijährige Enkelsohn Christian, es ist also immer volle Haus und Action. Mike's Großvater ist Deutscher, Mike selbst war auch eine Zeit in Deutschland stationiert, daher kennen und lieben die Hansons europäisches Essen. Jägerschnitzel ist die Lieblingsspeise von Mike. Deshalb beschließen wir, die Hansons zu einem Schnitzelessen bei uns einzuladen.

Daraus wird aber insofern nichts, weil Mike an dem geplanten Wochenende unterwegs ist und am Sonntag darauf selber Besuch hat. Allerdings fragt er uns, ob wir die Schnitzel nicht bei Ihnen im Haus kochen können, dort sei mehr Platz. Wir sagen gern zu.

Mike ist darüber so erfreut, dass er noch am selben Abend ein paar Freunde dazu einlädt - somit sind es zwanzig Gäste, die zum Essen kommen. Aus einer kleinen Schnitzeljause wird somit "Schnitzelmania" - Yeaaaaaaah!!!

Wir beschließen gleich mehrere Varianten zu machen - Naturschnitzel, normale Schnitzel und Cordon Bleu. Dazu noch zwei verschieden Saucen - Senfsauce und Schwammerlsauce, beides für die Naturschnitzel. Als Beilage gibt es Pommes für die Kids, Spätzle und Reis sowie Erdäpfelsalat mit Kernöl. Als Nachspeise gibt es Tiramisu klassisch und mit Topfencreme, Früchten und Spekulatius.

Wir besorgen die Zutaten, das Fleisch zu bekommen ist gar nicht so einfach und bereiten schon zu Hause die Nachspeisen vor bzw. schneiden das Fleisch.

Die Hansons wohnen ein wenig außerhalb von SLO in den Hügeln. Bei uns würde man sagen - in der Einöde. Wir kommen dort an und staunen über die Größe des Grundstücks (Eingangstor und dann noch 3 Minuten Autofahrt) und des Hauses das einfach riesig ist. Durch die Lage bedingt ist der Mietpreis allerdings kaum höher als für unser Haus..

Mike ist schon ganz "wurlert", hat Instrumente aufgebaut, weil er mit seinen Freunden jammen möchte und freut sich, dass wir da sind. Tino hat seinen Baß mit und wirft sich gleich ins musikalische Geschehen. Ich spiele mit meinen Harps und singe. Mike zerrt noch weiter Instrumente aus irgendwelchen Räumen und wir haben richtig Spaß.
Das Wohnzimmer samt Küche ist einfach riesig. Es ist schon zuviel Platz, das große Sofa vor dem obligatorischen Flachbildschirm sieht irgendwie verloren aus. Aber alles sehr cool.
Einer der beiden riesigen Kühlschränke ist komplett mit Softdrinks und Bier gefüllt. Es gibt alles in Überfluß. Herrlich.

Margueritha und ich fangen dann schön langsam mit dem Kochen an. Wir klopfen Schnitzel, panieren diese und brutzeln sie in Schweinschmalz (gibt es hier tatsächlich). Toni, die selber gerne kocht, sieht uns interessiert zu. In so einem großen Maßstab mit soviel Handarbeit hat sie noch nie gekocht. Ganz abgesehen davon, dass die amerikansche Küche doch anders aussieht. Wir richten alles ander Bar an und es beginnt "das große Fressen".


Es schmeckt vorzüglich. Allerdings verwenden die Herrschaften die Saucen auch bzw. nur für die panierten Schnitzel, ganz wie in Deutschland halt, aber was soll's. Nach dem Essen planen wir bereits die nächsten Events. Wir sind sehr froh, die Familie kennen gelernt zu haben. Mike spielt Fußball, Toni kocht gerne, beide lieben Musik, die Kinder verstehen sich (die Zwillinge samt Christian haben auch schon bei uns übernachtet) - somit passt alles wunderbar.