Ständig werde ich von den Österreichern zu Hause buseriert, doch endlich über den Wahlkampf zu berichten. Nun - hier ist er nun, der mit Spannung erwartete Bericht über den Wahlkampf.
Ja - und was soll ich sagen. Es gibt nichts zu berichten. Kalifornien ist so sicher demokratisch, dass man hier nicht wirklich "wahlkämpft" und es eher fad ist... aber der Reihe nach.
Natürlich bekommen wir etwas vom Wahlkampf mit. Es beginnt damit, dass bei nahezu jeder größeren Veranstaltung (Farmer's Market, Midstate Fair) irgendwo Stände zu finden sind, bei denen man Informationen zu Kandidaten bekommt. Allerdings ist hier niemand aufdringlich. Das gilt auch für die Wahlwerbung an und für sich. Man hört ja von Anrufen, Hausbesuchen und Postüberschüttung. Das alles kann ich überhaupt nicht bestätigen. An uns ist klarerweise niemand interessiert, da wir ja nicht registriert sind. Aber auch unser Vermieter bekommt wenig Post. Er ist ein Romney-Fan, somit bekommt er hin und wieder Infos über dessen Kampagne, aber auch nicht mehr.
Auch die vielgerühmten Schilder im Vorgarten sind lange Zeit einfach nicht zu sehen. Erst nachdem beide Kandidaten ihren Auftritt beid er jeweiligen Convention hatten, tauchen die ersten Schilder in unserer Straße auf. Wobei ich ehrlicherweise sagen muß, dass wir nur zwei Schilder in der ganzen Straße stehen hatten. Eines von Obama und eines von Lois Capps, sie kämpft um den Sieg in unserem Distrikt womit sie weiterhin im Senat sitzen würde.
Die TV Auftritte der Kanidaten sind natürlich ein großes Ereignis. Angefangen von den langen Reden bei den Conventions bis zu den "Duellen" wird hier alles durchanalysiert. Ich habe dabei den Eindruck, dass die Analysen jeweils länger dauern, als die Auftritte. Überhaupt erlauben sich die Medien hier ganz deutlliche Stellungnahmen zu ihrer politischen Meinung. In unserer örtlichen Tageszeitung überwiegt die Berichterstattung zu Romney deutlich und am Tag der Wahl bekommen wir mit der Zeitung eine Wahlempfehlung "die Tribune empfiehlt, Mit Romney zu wählen" - interessant. Die politische Diskussion wird überhaupt sehr hoch gehalten, wobei ich mich dabei immer heraushalte.
Erst am Wahltag fällt mir das Hauptquartier der Demokraten in SLO auf. Ein eher kleines Haus an einer der Hauptstraßen, das mit Plakaten von Oabma und Capps zugeklebt ist. Nicht sehr aufregend.
Der Wahltag selbst ist für uns überaus unspektakulär. Ich habe zwei Termine in der Stadt und sehe genau eine Person, die einen Sticker mit der Aufschrift "I vote" auf dem Hemd kleben hat. Man sieht auch kaum Fernseher mit Berichterstattung flimmern. Tagsüber schalte ich mehrmals durch die verschiedenen Nachrichtensender, die Berichterstattung ist allerdings teilweise so verwirrend, dass ich nicht wirklich weiß, was los ist. Am Abend gehen wir ins Kino und schalten kurz vorm Weggehen noch einmal den Fernseher ein - "Obama - re.elected!". Das wars.....
Im Bett sehen wir uns dann noch live die erste Ansprache von Obama an - eine typische Obamarede, gut vorgtragen, viel Jubel und und und.
Bei allen Berichterstattungen im Fernsehen genieße ich aber auf jeden Fall die Reinheit der Übertragung. Keine Übersetzung, keine Untertiteln und keine Kommentart - herrlich.
Alles in Allem - aus unserer Sicht wenig Spannung erlebt. Das Leben hier in SLO ist seine ganz normalen Weg gegangen. Eines ist mir allerdings bewußt geworden. Wenn ich die Berichterstattung vor Ort, die Diskussionen auf der Straße und via Facebook und all die anderen Dinge hier so ansehe, muss ich feststellen, dass wir Europäer eigentliche keine blassen Schimmer haben, was den für die Amerikaner eigentlich "gut ist".....
Mittwoch, 7. November 2012
Montag, 5. November 2012
Christmas Child im Schuhkarton
Es ist Samstag und uns ist ein wenig langweilig. Daher beschließen wir einer Anzeige in der Zeitung zu folgen und nach Los Osos zu fahren. Die Anzeige beschreibt eine "Fair", sprich Messe mit "Crafts & Vintage", also Handwerk und Altes - wir gehen davon aus, dass es sich um eine Art Flohmarkt handelt. Das Ganze soll auch in einer Kirche stattfinden - wir gehen davon aus, dass es eher nix besonderes ist.
In Los Osos angekommen fahren wir zuerst einmal zweimal mit der Kirche ums Kreuz (im wahrsten Sinn des Wortes) bis wir auf einem relativ leeren Kirchenparkplatz enden. Schon als wir ins Gebäude kommen, stellen wir fest, dass hier nichts von Crafts und Vintage zu sehen ist. Im Foyer steht ein Tisch mit einigen Schukartons und im Saal sieht man ein paar Leute in irgendwelchen Kisten herumkramen. Bevor wir noch wirklich fragen können werden wir von John begrüßt. Er meint, dass wir uns einfach einen Karton nehmen sollen und auf dem ersten Tisch beginnen sollen... wir sollen dann einfach in der Halle ein Runde drehen und den Karton voll machen - ja und essen sollen wir auch unbedingt etwas, weil nach Hause nimmt er nichts mehr mit. Zum Schluß erklärt er uns auch noch, dass wir unseren Karton "taggen" können und natürlich auch etwas spenden können.
Jetzt schaffen wir es endlich unserer wichtigste Frage zu stellen... "Ist das hier die Crafts Fair??". John schaut uns entgeistert an, lacht und meint, dass diese Messe erst nächste Woche ist. Auf die Frage, was hier eingentlich los sei, zeigt er uns einen Film.
Wir sind bei der "Operation Christmas Child" gelandet. Eine Organisation, die Kindern in armen Ländern zu Weihnachten gefüllte Schuhkartons schenkt. Diese Kartons kann man entweder selber befüllen und an Sammelstellen schicken, oder es läuft so wie hier in Los Osos ab. Eine örtliche Organisation sammelt Spielsachen, Süßigkeiten, Malsachen aber auch Hygieneartikel ein. Diese können dann von jederman vor Ort in Kartons gepackt werden. Am Ende werden dann die Kartons weitergeleitet.
Wir packen uns sofort zwei Kartons und machen uns an die Arbeit. Zuerst müssen wir uns entscheiden, ob der Karton ein Mädchen oder einen Buben erreichen soll. Dann gehen wir eine Runde durch den Raum. Auf den Tischen sind Kisten mit verschiedenem Zeugs gelagert. Dort packen wir die Sachen, die uns gefallen in unsere Kartons. Das macht richtig Spaß.
Das Angebot ist jetzt nicht soooo der Renner, aber ich denke, dass die Kinder sich auf jeden Fall freuen. Mein "Bub" bekommt auf jeden Fall zwei Matchbox Autos, einen Ball und zwei Stofftiere, ein paar Malsachen, Süßigkeiten und eine Zahnbürste.
Wir verschließen unser Kartons und stellen sie auf einen der großen Stapel. Wir könnten sogar eine persönliche Botschaft hinzufügen. Wer will kann seine Adresse hinterlassen und somit erfahren, wer den Karton bekommen hat.
Im Großen und Ganzen eine sehr nette Geschicht - kann ich nur jedem empfehelen. Zum Abschluß spenden wir noch ein paar Dollars und verlassen beschwingt und mit einem guten Gefühl die Kirche.
Nächste Woche gehen wir dann wirklich auf die "Craft & Vintage Fair".....
In Los Osos angekommen fahren wir zuerst einmal zweimal mit der Kirche ums Kreuz (im wahrsten Sinn des Wortes) bis wir auf einem relativ leeren Kirchenparkplatz enden. Schon als wir ins Gebäude kommen, stellen wir fest, dass hier nichts von Crafts und Vintage zu sehen ist. Im Foyer steht ein Tisch mit einigen Schukartons und im Saal sieht man ein paar Leute in irgendwelchen Kisten herumkramen. Bevor wir noch wirklich fragen können werden wir von John begrüßt. Er meint, dass wir uns einfach einen Karton nehmen sollen und auf dem ersten Tisch beginnen sollen... wir sollen dann einfach in der Halle ein Runde drehen und den Karton voll machen - ja und essen sollen wir auch unbedingt etwas, weil nach Hause nimmt er nichts mehr mit. Zum Schluß erklärt er uns auch noch, dass wir unseren Karton "taggen" können und natürlich auch etwas spenden können.
Jetzt schaffen wir es endlich unserer wichtigste Frage zu stellen... "Ist das hier die Crafts Fair??". John schaut uns entgeistert an, lacht und meint, dass diese Messe erst nächste Woche ist. Auf die Frage, was hier eingentlich los sei, zeigt er uns einen Film.
Wir sind bei der "Operation Christmas Child" gelandet. Eine Organisation, die Kindern in armen Ländern zu Weihnachten gefüllte Schuhkartons schenkt. Diese Kartons kann man entweder selber befüllen und an Sammelstellen schicken, oder es läuft so wie hier in Los Osos ab. Eine örtliche Organisation sammelt Spielsachen, Süßigkeiten, Malsachen aber auch Hygieneartikel ein. Diese können dann von jederman vor Ort in Kartons gepackt werden. Am Ende werden dann die Kartons weitergeleitet.
Wir packen uns sofort zwei Kartons und machen uns an die Arbeit. Zuerst müssen wir uns entscheiden, ob der Karton ein Mädchen oder einen Buben erreichen soll. Dann gehen wir eine Runde durch den Raum. Auf den Tischen sind Kisten mit verschiedenem Zeugs gelagert. Dort packen wir die Sachen, die uns gefallen in unsere Kartons. Das macht richtig Spaß.
Das Angebot ist jetzt nicht soooo der Renner, aber ich denke, dass die Kinder sich auf jeden Fall freuen. Mein "Bub" bekommt auf jeden Fall zwei Matchbox Autos, einen Ball und zwei Stofftiere, ein paar Malsachen, Süßigkeiten und eine Zahnbürste.
Wir verschließen unser Kartons und stellen sie auf einen der großen Stapel. Wir könnten sogar eine persönliche Botschaft hinzufügen. Wer will kann seine Adresse hinterlassen und somit erfahren, wer den Karton bekommen hat.
Im Großen und Ganzen eine sehr nette Geschicht - kann ich nur jedem empfehelen. Zum Abschluß spenden wir noch ein paar Dollars und verlassen beschwingt und mit einem guten Gefühl die Kirche.
Nächste Woche gehen wir dann wirklich auf die "Craft & Vintage Fair".....
Abonnieren
Posts (Atom)









